Logo der Mario Schaaf Technische Federn GmbH & Co. KG

Klemmen statt Kleben – Wie technische Federn die Hitzeschlacht gewinnen

Sportwagen; Auspuffanlage mit hitzebeständigen Federklemmen statt Klebeverbindungen
Inhaltsverzeichnis
Primary Item (H2)

Es beginnt mit einem Kleber. Im Labor perfekt abgestimmt, in der Fertigung reibungslos aufzutragen, soll er zwei Metallteile dauerhaft verbinden. Doch unter realen Bedingungen – in einem Abluftkanal eines Fahrzeugs, dort wo Hitze, Vibrationen und Zeit ihre Wirkung entfalten – stößt er an seine Grenzen. Bei Volllast übersteigt die Temperatur die Spezifikation, der Klebstoff erweicht, die Verbindung versagt.

 

Genau das passierte bei einem Serienfahrzeug – mit der Folge, dass sich ganze Teile des Abluftsystems verformten oder ablösten. Die Ursache: Eine Konstruktion, die auf Klebung setzte, obwohl die thermischen Belastungen deutlich höher lagen als angenommen.

 

Die Lösung kam nicht aus dem Katalog, sondern aus dem Werkzeugkasten der Physik: technische Federn – präzise gefertigte Klemmen aus Federstahl, die das Abluftrohr mechanisch fixieren. Ohne Kleber. Ohne Schwachstelle. Und zuverlässig bis an die thermische Belastungsgrenze des Materials.

Von der Klebestelle zur Klemme

Der konstruktive Wandel begann unscheinbar: Statt den Abluftkanal an seinen Enden zu verkleben, setzte man auf eine mechanische Verbindung mit Hilfe von Federklammern. Eine simple, aber geniale Lösung – denn sie verlagerte die Belastung nicht mehr auf eine thermisch empfindliche Klebschicht, sondern auf ein elastisch vorgespanntes Metallteil mit klar definierten Kräften.

 

Technische Federn wie diese Klemmen wirken mit kontrollierter Spannung – ihre Haltekraft entsteht durch die gezielte Umformung und die Rückstellkraft des Federstahls. Und genau diese Eigenschaft bleibt erhalten, solange das Material seine mechanische Festigkeit bewahrt.

 

Der verwendete Werkstoff: 1.4310, ein rostfreier Federstahl mit hoher Zugfestigkeit, bewährt in der Automobiltechnik. Seine Grenze liegt bei ca. 250 °C. Oberhalb dieser Schwelle beginnt das Material zu erweichen – die Haltekraft sinkt, die Klemme verliert ihre Funktion.

 

Doch im Fall des Abluftkanals war das ausreichend: Der Temperaturbereich pendelte sich nach der Konstruktionsumstellung unterhalb der kritischen Marke ein. Die Klemmlösung funktionierte – und tut es bis heute. Der Kleber war Geschichte.

Materialien an der Grenze – Wenn Stahl nicht mehr reicht

Für viele Anwendungen im Fahrzeugbau, Maschinenbau oder in der Prozesstechnik ist 1.4310 der Standard: wirtschaftlich, rostfrei, zuverlässig – solange die Temperaturen im Rahmen bleiben. Doch was passiert, wenn sie es nicht tun?

 

Bei Temperaturen über 250 °C beginnt der Federstahl seine ursprüngliche Struktur zu verändern. Die Streckgrenze sinkt, Kriechverformung tritt auf, die Federwirkung lässt nach. Wer hier auf den falschen Werkstoff vertraut, zahlt mit schleichendem Versagen – und am Ende mit Stillstand oder Schaden.

 

Für anspruchsvollere Szenarien kommt daher 1.4568 (17-7 PH) zum Einsatz. Der Stahl ist ausscheidungshärtend und erlaubt Dauerbelastungen bis ca. 300 °C, in Spitzen auch mehr – ideal für dynamisch beanspruchte Federn, die langfristig unter Spannung stehen müssen. Doch auch hier ist irgendwann Schluss.

Übersicht an Werkstoffen und den jeweiligen Einsatzbereichen in °C

Werkstoff
Werkstoffnummer
Dauerhafte Einsatztemperatur
Kurzzeitig belastbar bis
Besonderheiten
1.4310
X10CrNi18-8
ca. +250 °C
ca. +300 °C
Standard-Federstahl, gute Korrosionsbeständigkeit
1.4568
X7CrNiAl17-7 (17-7 PH)
ca. +300 °C
ca. +400 °C
Ausscheidungshärtbar, hohe Federstabilität
Inconel X-750
NiCr15Fe7TiAl
ca. +700 °C
>+900 °C (kurzzeitig)
Hervorragende Relaxationsbeständigkeit
Inconel 718
NiCr19FeNbMo
ca. +650–700 °C
>+900 °C
Extrem zugfest, kriechstabil, aushärtbar

Die Antwort für extreme Fälle: Inconel.

Diese Nickel-Chrom-Legierungen, ursprünglich in den 1940er Jahren von der International Nickel Company entwickelt, sind dafür gemacht, wo andere Werkstoffe längst weich geworden sind:
– In Abgassträngen von Turboladern,
– in Gasturbinen,
– in Brennöfen der Halbleiterindustrie oder
– in der Luft- und Raumfahrt.

 

Der bekannteste Vertreter, Inconel X-750, trotzt Temperaturen bis 700 °C dauerhaft – kurzzeitig sogar deutlich mehr. Er behält dabei nicht nur seine Form, sondern auch seine mechanische Vorspannung. Für technische Federn ist das entscheidend: Keine Relaxation. Keine Federermüdung. Keine Ausfälle.

 

Der Preis dafür: eine aufwendige Verarbeitung, deutlich höhere Materialkosten – und Know-how in der Fertigung. Genau hier kommt die Expertise von Mario Schaaf Technische Federn ins Spiel.

Heiß beschichtet – Präzision in der Glut

Auch jenseits der Fahrzeugindustrie spielt Temperatur eine zerstörerische Rolle. In der Werkzeugbeschichtung, wo Bohrer, Fräser und Schneideinsätze mit harten, dünnen Schichten wie TiN oder AlTiCrN überzogen werden, geschieht das unter extremen Bedingungen: Temperaturen von 800 bis über 1000 °C, vakuumierte Ofenkammern, lange Haltezeiten, exakt definierte Positionierung.

 

Ein Kunde von Schaaf Federn stand vor genau dieser Herausforderung: Wie lassen sich empfindlich geformte Werkzeuge im Ofen zuverlässig halten – ohne, dass sich deren Lage durch thermische Ausdehnung verändert? Schrauben? Zu aufwendig. Einhängen? Zu unpräzise. Kleben? Undenkbar.

 

Die Lösung: technische Haltefedern aus hochtemperaturbeständigen Speziallegierungen. Sie umgreifen das Werkzeug formschlüssig, fixieren es auf Gestellen oder Trägern, und behalten dabei ihre Elastizität – selbst bei Temperaturen, bei denen normale Metalle längst kriechen oder versagen.

 

Eingesetzt wurden – je nach Ofentyp – Legierungen wie Inconel 718, die speziell für derartige Extremumgebungen entwickelt wurden. Der Vorteil:
Keine Kontaktverformung der Werkstücke,
hohe Wiederverwendbarkeit der Federsysteme,
minimale Toleranzabweichung trotz Dauerhitze.

 

Die Entwicklung dieser Halterungen erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen dem Kunden und den Konstrukteuren von Mario Schaaf Technische Federn. Materialauswahl, Geometrie, Vorspannung – alles wurde auf das thermische Verhalten abgestimmt. Das Ergebnis: ein System, das unter Feuer geformt wurde – und dem Feuer standhält.

Fazit – Kleine Federn. Große Wirkung.

Was aussieht wie ein kleines Stück gebogenes Metall, ist in Wahrheit ein Hochleistungsbauteil: Technische Federn übernehmen heute Aufgaben, bei denen früher geklebt, verschraubt oder improvisiert wurde. Sie fixieren Abluftkanäle im Fahrzeugbau, halten Schneidwerkzeuge im Glühofen in Form – und sie tun das dort, wo konventionelle Materialien längst versagen.

 

Entscheidend ist nicht nur die Geometrie, sondern der Werkstoff: 1.4310 für den soliden Alltagsfall, 1.4568 für dynamische Lasten und Temperaturspitzen – und Inconel, wenn die Physik an ihre Grenzen geht.

 

Mario Schaaf Technische Federn kennt diese Grenzen. Und weiß, wie man sie verschiebt. Durch präzise gefertigte Klemmen, Haltefedern und Sonderlösungen, entwickelt im Dialog mit Kunden, getestet unter realen Bedingungen – und angepasst bis ins letzte technische Detail.

 

Der Erfolg zeigt sich nicht in Pressemeldungen, sondern in Abluftsystemen, die nicht mehr zerfallen. In Ofenprozessen, die konstant bleiben. Und in Bauteilen, die halten, was sie versprechen – auch dann, wenn es heiß wird.

Einsatzbereich Beispiele
Empfohlener Werkstoff
Abluftkanal im Fahrzeug (bis 250 °C)
1.4310
Motornahe Bauteile / Thermohalterungen
1.4568 oder Inconel 718
Hochtemperaturöfen (700–1000 °C)
Inconel X-750
Dynamisch beanspruchte Hochlastfedern
1.4568 oder Inconel 718
Korrosive Umgebung + Temperatur > 600 °C
Inconel

Oberflächenbehandlung und Nachbearbeitung Damit Federn im Geräteumfeld optimal funktionieren und langlebig sind, bietet Schaaf Federn unter anderem folgende Verfahren an:

  • Trowalisieren zur Glättung
  • Phosphatieren, Brünieren oder Verzinken für Oberflächenschutz
  • Lackieren bei Bedarf an optischer oder funktionaler Beschichtung

Sie suchen nach einer Klammer als Alternative zum Kleben?

Gerne unterstützen wir Sie bei der Entwicklung der passenden technischen Feder – präzise abgestimmt auf Ihre Anforderungen.

Unser Konstruktions-Service

Entdecken Sie unser Produktportfolio

Mario Schaaf GmbH & Co. KG   /   Technische Federn   /   Im Unholder Weg 14   /   D-71696 Möglingen   /   Telefon +49-[0]7141-49192-0